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„Nur 'ne halbe Stunde“ mit dem Stammapostel – weitere Fragen und Antworten
- Welche Erwartungen haben Sie an die Jugend?
„Lasst mich erst einmal allgemein sagen, was ich positiv finde“, so begann der Stammapostel seine Antwort. „Es ist eine offene Jugend, mit der man sich gut unterhalten kann.“ Der Stammapostel sagte weiter, dass er immer gern mit der Jugend zu tun habe. Negativ sei allerdings, dass die Jugend heute so beeinflussbar sei. Heute gebe es viele Einflüsse und Möglichkeiten, aktiv zu sein. Auch die Enttäuschung über die Kirche sei manchmal möglich. Man ärgert sich schnell mal über etwas oder es ist etwas passiert. „Dann ist die Jugend schnell bereit, alles aufzugeben“, meinte der Stammapostel, “das ist schade!“ Der Jugendliche fragt sich dann vielleicht, warum er sich das noch antun soll mit der Kirche. Der Stammapostel appellierte an die Jugendlichen: „Bleibt treu dem lieben Gott! Wenn was schief läuft, man sich ärgert, wenn man enttäuscht ist - nicht gleich weglaufen! Sucht das Gespräch mit den Brüdern (…), um die Dinge aus dem Weg zu räumen, damit man wieder Ruhe und Frieden im Herzen erhält und gerne und mit Freuden seinen Weg als Gotteskind geht. Das Schwierigste und Schlimmste wäre, wenn man einfach aufgibt und wegbleibt“, so der Stammapostel zum Abschluss dieser Frage.
- Wie erhalten Sie Ihre positive Ausstrahlung, trotz aller Probleme und Anfeindungen, die bei Ihnen landen?
Man könne aus dem Glauben heraus eine gewisse Gelassenheit entwickeln. Auch in der Kirche gebe es Kritiker, die ihre Sehensweise und Sicht haben. Die Kritik müsse man aber mit Vorsicht genießen, denn sie sei manchmal nicht objektiv, so der Stammapostel. Sachlicher Kritik stelle er sich auch. Er sei immer bereit zu Gesprächen. Weiter sagte er, dass man nicht alles wörtlich nehmen dürfe und manches einfach so sei. Er versuche aus dem Glauben heraus gelassen zu bleiben und sagt sich:“Warum verrückt machen lassen? Ist eben so.“ Der Jugend gab er den Rat gelassen umzugehen und zu reagieren mit allem, was einem so begegnet. Apostel Drave i.R. sagte immer:„Gelassen reagieren!“ Da sagt man sich, wenn irgendetwas kommt, was einem nicht gefällt: „Lieber Gott, du weißt doch, wie das ist. Du siehst das doch. Du hast das zugelassen. Also was soll ich mich verrückt machen?“ Wir legen es in die Hand Gottes in dem Bewusstsein, er wird das schon in Ordnung machen!
- Wir möchten manchmal mit der Faust auf den Tisch hauen, wenn wir uns über etwas sehr geärgert haben – der Stammapostel darf so etwas nicht? - Wie gehen Sie mit solchen Situationen um? Stammapostel i.R. Fehr schreibt in seinem Buch, dass er sich ständig zurücknehmen musste, weil alles, was er sagte, auf die Goldwaage gelegt wurde...
In der Öffentlichkeit müsse er sich sicherlich zurückhalten, Maß halten und sachlich reagieren. Wenn ihm zu Hause etwas über die „Leber“ laufe, merke man das aber schon und dann haue er auch mal auf den Tisch. Wenn er in einen Stau gerät, möchte er auch am liebsten ins Lenkrad beißen. Er reagiere da wie alle anderen Menschen auch. Im Umgang mit anderen Menschen, mit Brüdern und Schwestern, sei er aber immer um Sachlichkeit bemüht. Der Stammapostel gab den Rat, gelassen zu reagieren, sich um Antworten zu bemühen und in dem Gegenüber ein Gotteskind zu sehen. Wichtig sei auch, dass man versuche die Dinge in einem Gespräch zu klären, nicht mit Emotionen reagiere und gleich „auf 180“ sei, denn dann reagiere man schnell ungerecht und es führe meist nicht zu einem positiven Ergebnis. Man solle sich auch darum bemühen, die Meinung des Gegenüber zu respektieren.
- Welcher war Ihr ungewöhnlichster Gottesdienst?
Der Stammapostel erzählte zum Einen von einer Begebenheit in Grönland. Dort war er an Erntedank und die Grönländer hatten von dem Brauch der Deutschen gehört, den Altar mit Dankesgaben zu schmücken. Zur Freude des Stammapostels schmückten auch sie den Altar, aber nicht mit Obst und Gemüse – das gibt es ja dort nicht – sondern mit Fischen! Zum Anderen erzählte der Stammapostel von einem Gottesdienst, den er vor kurzem auf den Philippinen gehalten hat. Der Gottesdienst fand in einer sehr großen Halle statt, in der auch einige Vögel herum flogen. Während der Ordination einiger Brüder bemerkte der Stammapostel bei den Geschwistern und Amtsträgern plötzlich erschrockene Blicke und eine Unruhe entstand. Einige Amtsträger kamen mit Wasser, Lappen und weiteren Hilfsmitteln angelaufen. Ein Vogel hatte dem Stammapostel aufs Hemd gemacht. Glücklicherweise hatte er seine schwarze Anzugjacke nicht an, denn dort ist es ja viel zu warm dafür.
- Fast jeder Arbeitnehmer hat ein freies Wochenende – wenn er die Woche über auf Dienstreise war, fährt er dann nach Hause zu Frau und Kindern. - Sie halten an den Wochenenden oft fern von zu Hause Gottesdienste – wie regeln Sie Ihr Wochenende?
So einfach sei das nicht mit den Wochenenden, so der Stammapostel. Oft sei das Wochenende durch Gottesdienste „blockiert“. Mit der Familie müsse man dann abstimmen, wann ein freier Tag sei. Das sei vorzugsweise oft ein Freitag, sagte der Stammapostel. Seine zwei Kinder seien auch sehr aktiv, hätten permanent was vor. Da helfe nur der Blick in den Kalender und gemeinsam fände man dann auch Gelegenheiten. Dann sei es auch besonders schön, wenn man in diesem Kreis zusammen sein könne.
- Es ist oft von der angemessenen Kleidung für einen Gottesdienst die Rede. Viele Jugendliche wollen sich etwas legerer kleiden, ohne dabei jedoch andere Geschwister zu verärgern. Wie stehen Sie zu einer lockeren Kleiderordnung?
Wichtig sei, dass der Gottesdienst als etwas Besonderes hoch gehalten werde. Die Kleidung sollte „passen“. Reine Freizeitkleidung passe da nicht. Im Gottesdienst sei Gott nahe und dementsprechend sollte man sich würdig kleiden. Die Jugend habe da natürlich andere Maßstäbe. „Wenn man mal im Kreis der Jugend auf die Krawatte verzichten möchte, sehe ich das nicht so eng“, sagte der Stammapostel. „Hauptsache ihr kommt und seid dabei! Das ist wichtiger!“
- Haben Sie ein besonderes Leitwort für uns, die Jugend?
Psalm 37,37 „Bleibe fromm und halte dich recht, denn einem solchen wird es zuletzt gut gehen.“ „Fromm“ sei nicht im spöttischen Sinne zu verstehen. Fromm verstehe der Stammapostel als Ausrichtung nach Gott, nach Gott fragen, sich im Zweifel für Gott entscheiden und treu zu bleiben. Das bringe Segen und sei für alle zum ewigen Gewinn. So könne man täglich die Begleitung Gottes erleben und habe die besten Voraussetzungen, um am Tag des Herrn auch angenommen zu werden.
- Danach die Bitte an unseren Stammapostel, dass er mit uns das Chorlied-Nr. 86 „Der Herr ist mein Licht“ entweder dirigiert oder dabei die Orgel spielt?
„Na da dirigiere ich lieber“, so der Stammapostel.
- Anschließend hatte der Stammapostel noch zwei Anliegen:
Zum Einen wollte er jeden Gastapostel „wenigstens einen Satz“ sagen lassen und zum Anderen wollte er Patricia begrüßen, die per Skype live an dem Treffen teilgenommen hatte. Sie befindet sich momentan in Neuseeland und arbeitet dort als Aupair. Er wünschte ihr alles Gute, Bewahrung, Hilfe und Segen und bat sie, Grüße an jede Gemeinde bzw. ihre Heimatgemeinde dort auszurichten. Den Anfang der „Apostelrunde“ machte Apostel Burchard aus Hannover. Für ihn war es eine tolle Überraschung, mit der Jugend zusammen zu sein und er findet, dass es eine tolle Jugend ist! Apostel Katens aus Berlin war begeistert von der Jugend und hat eine Jugendstunde so noch nie erlebt. „Das liegt nicht nur am Stammapostel, sondern auch an euch!“ Apostel Cone aus Rumänien bedankte sich für die schöne Zeit in diesem Kreis. Er wünschte der Jugend viel Kraft und viel Gnade vom lieben Gott.
- „Eine Frage habt ihr aber weggelassen oder sogar mehrere! (…) Euer Film war eine sehr schöne Idee.“
- Welche Erinnerungen er an seine Zeit in der Wesemühle habe?
Im Alter von ca. 8-12 Jahren sei er dort immer im Urlaub mit seinen Eltern gewesen. Dort sei er von einem Mann (Onkel Tobi) sehr beeindruckt gewesen, der wahres Zeugnis vom Glauben gebracht und sehr viel über seine Erlebnisse mit Gott erzählt habe.
- Zum Abschluss sagte der Bezirksapostel:
„Erst mal herzlichen Dank an den Stammapostel!“ Vor einiger Zeit gab der Stammapostel ihm den Brief der Jugend, in dem sie um ein Treffen mit dem Stammapostel bat. Die Entscheidung fiel dem Bezirksapostel nicht leicht. Er dachte zunächst an die Bezirksämter oder an die Vorsteher, die sich ja auch mal über eine halbe Stunde mit dem Stammapostel freuen würden. „Doch man sieht ja, dass die Jugend auch bei mir irgendwie einen BONUS hat. Vor allen Dingen: Ihr habt gefragt!“, so der Bezirksapostel. „Diese Veranstaltung lehrt uns eines: Man wird vom Betteln nie ärmer! Und das macht mit dem lieben Gott bitte immer. Ihr bringt den nie in Verlegenheit. Bettelt und seid dann zufrieden mit dem, was er euch schenkt! Dann kommt ihr immer gut durch. Das wünsche ich euch von ganzem Herzen!“
- Anschließend betete der Stammapostel noch und verabschiedete sich von jedem mit Handschlag – und Autogrammen!
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